17.02.2006:

Kompetenzzentrum für Kindererziehung

Vertreter der örtlichen ödp besuchten letzten Freitag den kirchlichen Kindergarten St. Erhard in Oberahrain. Ortsvorsitzender und Marktgemeinderatsmitglied Winfried Wiesnet hatte im Vorfeld den Besuch mit Pfarrer Wolfgang Hierl aus aktuellen Gründen abgesprochen. So sind im derzeitigen Entwurf des neuen Haushaltsplans des Marktes Essenbach für 2006 50.000 Euro allein für Planungen für den Kindergarten in Ahrain vorgesehen. Im übrigen werden einschneidende Veränderungen durch das neue Kinderbildungs- und betreuungsgesetz bewirkt zum einen sowohl in der Praxis bei den Kindergärten wie auch bei der Kommune, dem Markt Essenbach bei der Mitfinanzierung der Kindergärten.
Als unmittelbare Vertreterinnen des Kindergarten begrüßten neben Pfarrer Wolfgang Hierl auch die Kindergartenleiterin Maria Tremmel und die Vertreterin Gerti Weilguni die weiteren Gäste, so das Marktgemeinderatratsmitglied Bernhard Kreilinger und das ödp- Vorstandsmitglied Martin Heimerl.
Beim Rundgang wurden die Besucher auch über die Schwerpunkte der offenen Kindergartenpädagogik des Hauses informiert. So gehört jedes Kind in eine feste Gruppe zu seiner Erzieherin und seiner Kinderpflegerin. Über die Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten im eigenen Gruppenraum hinaus stehen nach der Anfangsspielzeit den Kindern verschiedene zusätzliche Spielbereiche im Flur und weiteren Nebenräumen während der Freispielzeit zur Verfügung, wie z. B. das so genannte Kinderbüro, das Traumland, die Werkbank, der Kaufladen und weiteres.
Ein großer Raum wird als Gymnastik und Turnraum genutzt. Im Keller ist ein Musikraum vorhanden. Als Besonderheit besucht regelmäßig eine Kraft der Musikschule den Kindergarten und leitet Kinder zur musischen Früherziehung an. Die Freispielzeit wird vom pädagogischen Personal gelenkt und begleitet.
Inzwischen ist das Gebäude des Kindergartens aber fast 30 Jahre alt geworden. Dies ist unverkennbar sichtbar, so auch die Meinung der Besucher. Die Räume seien allein durch ihre Anordnung im Haus oftmals ungünstig mit Tageslicht versorgt. Einzelne Räume wirken daher etwas dunkel, stellte die Besuchergruppe fest.
Die Leiterin Maria Tremmel zeigte sich aber dennoch glücklich über die großen Flächen, die derzeit vorhanden sind und die der Altbau ermögliche. Auch können derzeit noch Kind- Eltern- Gruppen untergebracht werden. Sie hoffe, dass es aufgrund eines Neubaues, der vermutlich notwendig werden wird, zu keinen allzu großen Einschränkungen im Raumprogramm kommen werde.
Bei Nachfrage der Besuchergruppe zeigte sich Maria Tremmel aufgeschlossen gegenüber jeder Form von Betreuungswünschen von Eltern. Sowohl Ganztagsbetreuung, wie auch die Betreuung von unter 3 jährigen sei denkbar. Die Ganztagsbetreuung werde derzeit schon in einigen Fällen bis 16.00 Uhr praktiziert. Pfarrer Wolfgang Hierl wies daraufhin, dass der kirchliche Kindergarten sich nicht auf die Betreuung konfessionsgebundener Kinder allein beschränke, zwar sei dies die Regel, aber nicht Bedingung zur Aufnahme.
In einem gemeinsamen Gespräch nach dem Rundgang diskutierten die ödp- Vertreter Möglichkeiten, wie weitere Verbesserungen von Betreuung zu Gunsten der Eltern und Kinder erreicht werden könnten, wie zum Beispiel durch vorübergehende Kurzzeit - Betreuung bei Erkrankung eines Elternteils, bei Eltern, die ansonsten selbst ihre Kinder daheim erziehen wollen. Die Besucher fragten nach, ob die Möglichkeit bestände, das das Mittagsessen auch im Kindergarten St. Erhard angeboten werden könne. Durch die Veränderungen die jetzt auf den Kindergarten noch kämen, sei dies nicht ausgeschlossen erklärte Pfarrer Wolfgang Hierl. Interessant ist nach Auskunft der Leiterin, dass einige solche Neuerungen, die jetzt im Gespräch seien, vor vielen, vielen Jahren in den 70 er Jahren bereits praktiziert wurden. Von daher gibt es im Kindergarten noch eine Küche aus diesen Jahren und es gab für die Kinder früher sogar Betten für den Mittagsschlaf.
Marktgemeinderat Winfried Wiesnet informierte zudem im Gespräch noch zu einem ganz anderen Thema, dass die Kindergärten auch berühre, so habe der Marktgemeinderat vor nur wenigen Tagen durch eines seiner jüngsten Entscheidungen die Grundlage gelegt, künftig Einfluß auf die Aufstellung von Mobilfunksendeanlagen im gesamten Marktgemeindegebiet im Interesse seiner Bürger nehmen zu können. Deshalb können auch die Kinder in den Kindergärten des Marktes Essenbach mit dem absolut geringsten zusätzlichen Strahlungseinwirkungen bei der Aufstellung von weiteren, neuen Mobilfunk - Sendeanlagen in Zukunft rechnen. Der Markt Essenbach wird hierbei zusammen mit wenigen anderen Gemeinden, wie beispielsweise Gräfelfing bei München, in Bayern eine einzigartige Vorreiterrolle spielen, freute sich Wiesnet.
Bei der Aussprache über ein weiteres Thema, nämlich das neue Kinderbildungs- und betreuungsgesetz werden für die Kindergärten die Aufgaben wesentlich erweitert, so die übereinstimmende Feststellung der Gesprächspartner. Daher war es für die Besucher gut, dass nach Abschluß der Besichtigung die Kindergartenleitung den Besuchern der Eindruck vermittelte, ein Kompetenzzentrum in Sachen Kindererziehung zu sein, von dem sich Eltern auch einmal nur eine Rat holen könnten.
Kindergarten Sankt Erhard, Ahrain